Datenschutz

Datenschutz - Informieren, Einstellen, Sichern

MEINE DATEN GEHÖREN MIR! - ODER ETWA NICHT?!

Der Schutz unserer Daten gerät vor allem im Zusammenhang mit der Digitalisierung immer mehr in den Vordergrund. Social Media Apps wie WhatsApp, Instagram & Co. sind aus dem heutigen Alltag kaum noch wegzudenken. „Wozu sich also überhaupt noch mit AGB’s und Nutzungsbedingungen auseinandersetzen?“ Was diese Denkweise für Folgen haben kann und was wir bei dem Umgang mit unseren persönlichen Daten oft vergessen, erfahrt ihr in diesem Themenblock bei #digitaleselbstbehauptung, indem sich alles um das Thema Datenschutz und Privatsphäre im Netz dreht.

Seit dem Inkrafttreten der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und der
Änderungen im NetzDG (Netzwerkdurchsuchungsgesetz) ist das Thema Datenschutz ‘in aller Munde’. Aber welche Datenspuren hinterlasse ich eigentlich alltäglich im Netz? Wie viele meiner Daten habe ich eigentlich bereits schon an andere abgetreten? Und was wird eigentlich mit diesen Informationen über mich gemacht?

All diese Fragen können wir uns manchmal gar nicht so einfach beantworten… Denn, was
z.B. unser Smartphone alles über uns weiß, und auch über uns verrät, ist uns manchmal
gar nicht so bewusst.

Datenschutz - Worum geht es eigentlich?

„Worum geht’s hier eigentlich?“

Private Informationen sollen nicht unwissentlich und vor allem nicht ohne das Einverständnis der Nutzer*innen weitergegeben werden. Beim Datenschutz geht es also darum, wie andere (z.B. Social Media Konzerne) mit deinen persönlichen bzw. sensiblen Daten umgehen und wie du dich vor dem Missbrauch deiner Daten schützen kannst.

Ist etwas „kostenlos“, „bezahlt“ man meistens mit seinen privaten Daten. Apps bieten verschiedene Möglichkeiten und benötigen dafür den Zugriff auf bestimmte Funktionen unserer Smartphones/ Tablets. So kann die „Filter-Funktion“ beim  Messenger Snapchat zum Beispiel nur nutzen,  wenn man den Zugriff auf den eigenen Standort gewährt. Mit solchen Tricks werden Nutzer*innen zur Zustimmung der Datenfreigabe gelockt und die Betreiber*innen gelangen somit an Daten, die nichts mit der eigentlichen App Nutzungmzu tun haben.

Welche weiteren Zugriffe die Unternehmen bei der Nutzung ihrer Plattformen voraussetzen, kann von App zu App bzw. Seite zu Seite unterschiedlich sein. Fakt ist jedoch, dass die meisten Berechtigungen zum Zugriff auf bestimmte Date nicht notwendig sind, um Apps oder Internetseiten nutzen zu können sondern lediglich dazu dienen, persönliche Daten zu sammeln und diese in vielen Fällen auch an Drittanbieter (z.B. Partnerunternehmen) weiterzugeben.

Mit den gesammelten Daten werden Nutzerprofile über uns erstellt und für gezielte (personalisierte) Werbeanzeigen genutzt. Nutzerprofile beschreiben Verhaltensweisen oder Gemeinsamkeiten von Zielgruppen. Und diese Informationen bringen den Betreiber*innen Profit ein.

Vermutlich hat jede*r schon einmal eine Sache gegoogelt und ein paar Stunden später für genau diese Sachen zahlreiche Werbebeiträge auf seinem Bildschirm entdeckt. Zustande kommt dies durch den Einsatz von Cookies, Browser- und Geräteidentifizierung, welche unser Surf-Verhalten genauestens analysieren um die angezeigte Werbung bestmöglich auf unsere Interessen abzustimmen. Google verwendet dafür zum Beispiel Sucheingaben, Standorte, gespeicherte WLANPasswörter, aufgerufene Websites, Apps und Videos sowie unsere persönlichen Daten wie das Alter oder Geschlecht.

  • In den Google Einstellung, unter der Suchsparte „Datenschutz und Personalisierung“, kannst du – bei eingeschalteter Funktion – zur personalisierten Werbung dein von Google erstelltes Profil einsehen und schauen, was deine angeblichen Interessen sind (usw.). – Mit Hilfe dieser Angaben kann z.B. deine personalisierte Werbung entstehen. Unter „Was kann ich tun“ in diesem Beitrag erfährst du, wie du diese Funktion ausschalten kannst. Allerdings ist damit nicht 100% garantiert, dass Google Teile dieser Angaben nicht trotzdem nutzt, um personalisierte Werbung zu gestalten.

Persönliche/ personenbezogene Daten geben wir zum einen durch die Nutzung von bestimmten Apps preis (mit der Zustimmung deren AGB’s und Nutzungsbedingungen) aber auch durch einfache Sucheingaben (Cookies) im Internet preis. Cookies sind Infodaten, die auf deiner Festplatte gespeichert sind. Sie werden in einer Art „Gedächtnis des Internats“ gespeichert. (Quelle zu Cookies: ARD Ratgeber)

Gemäß Artikel 4 der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sind personenbezogene Daten all die Informationen, die sich auf eine identifizierte/ identifizierbare natürliche Person beziehen. (Natürliche Personen = alle Menschen ab Vollendung der Geburt, § 1 BGB)

Zu den personenbezogenen oder auch „sensiblen“ Daten gehören also zum Beispiel:

• Name
• Alter (Geburtsdaten)
• Kontaktdaten (aus dem Telefonbuch)
• Wohnort und Adressen
• Schule/ Hobbys
• Fotos und Dokumente
• Telefonate
• Chatverläufe von Apps oder SMS auf dem Handy
• E-Mail Adressen
• Kalendereintragungen
• Standortdaten
• Sucheingaben und Surfverhalten durch besuchte Internetseiten (Cookies)
• Religiöse und politische Einstellungen/ Interessen
• Zugangsdaten wie Log In Daten/ Passwörter/ Bankverbindungen
• Arztakten

Was habe ich vom Datenschutz?

„Was habe ich vom Datenschutz?“

Oft scheint das Thema belastend und nervig. Klar ist aber, dass der Datenschutz viele Gesetze und Regelungen umfasst, die dich und deine Interessen schützen sollen. Sinn und Zweck des Datenschutzes ist es also, dass durch den Umgang mit den privaten Daten niemand zu Schaden kommt oder sogar eingeschränkt wird. Dabei wird von dem Grundsatz ausgegangen, dass jeder Mensch selbst bestimmen sollte, wem, er welche Daten bekannt gibt. Man nennt diesen Grundsatz auch die Informationelle Selbstbestimmung. Diese ist ein Grundrecht und im Grundgesetzt verankert. Gestützt wird dieses Recht durch die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Im Jahr 2018 wurde die DSGVO der EU verschärft und mögliche Bußgelder als Konsequenz von Datenschutz-Verstößen sind gestiegen.

Im Zuge der Digitalisierung ist der Datenschutz also extrem wichtig, da die Menschen mit seiner Hilfe vor Datenmissbrauch geschützt werden können. Deshalb muss gemäß Artikel 6 Absatz I a) der DSGVO auch eine Einwilligung für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten der betroffenen Person gegeben sein. Diese Einwilligung geben wir z.B. durch die Zustimmung von AGB’s, Cookies & Co ab.

Die Bestimmungen über die Datenverarbeitung sind ein wichtiger Teil des Datenschutzes, denn dort wird geregelt, wie die Verantwortlichen mit unseren Daten umgehen dürfen. Artikel 5 der DSGVO zeigt z.B. die Vorschriften bei der Datenverarbeitung auf. Dazu gehören:

  • die Datensparsamkeit (also, dass so wenige Daten wie möglich über uns gesammelt werden)
  • die Speicherbegrenzung (unsere persönlichen Daten dürfen nur so lange gespeichert werden, wie es für den Zweck, für den sie gebraucht werden, erforderlich ist)
  • Zweckbindung (die personenbezogenen Daten dürfen nur für festgelegte, offensichtliche und legitime Zwecke genutzt werden)
  • die Richtigkeit (die verarbeiteten Daten müssen wahrheitsgemäß sein)
  • die Rechenschaftspflicht (ein Nachweis über die Einhaltung der Grundsätze/Vorschriften muss erbracht werden).

Datenschutz - Was kann ich tun?

„Was kann ich tun?“

Ein verantwortungsbewusster und sinnvoller Umgang mit sozialen Netzwerken sollte im Vordergrund stehen, um zu vermeiden dass persönliche Daten in falsche Hände geraten. Daher: Kenne deine Rechte und behandele deine Daten mit Vorsicht!

Hierfür ist es sinnvoll, die AGB’s und Nutzungsbedingungen von Internetseiten oder Netzwerken (auch wenn es lästig ist) aufmerksam zu lesen und Cookie-Einstellung nicht einfach zu akzeptieren bevor man nicht weiß, was genau man mit der Nutzung und dem damit verbundenen Einverständnis der Datenverarbeitung von sich preisgibt.

Gemäß Artikel 5 Abs. I a) DSGVO müssen deine personenbezogenen Daten für dich nachvollziehbar und auf einer rechtmäßigen Weise (Transparenz) verarbeitet werden. Indem du also, ohne den Inhalt der Nutzungsbedingungen zu kennen, diesen zustimmst, umgehst du quasi dein eigenes Recht, zu wissen, was genau mit deinen Daten passiert
oder passieren darf.

Problematisch ist, dass wir Nutzer*innen oftmals leichtfertig & unbewusst mit unseren Daten umgehen und Informationen über uns preis geben, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.
So nutzen Kriminelle die öffentlichen Profile in sozialen Netzwerken z.B. für Informationen darüber, ob und wann man im Urlaub ist oder ob man alleine oder mit mehreren Personen in einem Haushalt lebt. Deshalb solltest du mit der Nutzung von sozialen Netzwerken auch so bedacht vorgehen, dass, du nur das nötigste über dich preisgibst und Regelungen nicht einfach zustimmst, ohne sie vorher sorgfältig gelesen zu haben.

Nachfolgend haben wir dir ein paar Tipps zusammengefasst, wie du deine Daten bestmöglich schützen kannst:

  • Mache dich immer mit den Datenschutzbestimmungen von Apps die du nutzen möchtest vertraut.
  • Überprüfe, welche Zugriffsrechte Apps & Co zur Nutzung fordern sowie AGB’s und deine Privatsphäre-Einstellungen bei sozialen Netzwerken (Wie man Zugriffsrechte anzeigen und verwalten kann, wird dir bei mobilsicher.de detailliert erklärt!)
  • Aktiviere den Zugriff auf deinen Standort, deine Kamera und Mikrofon nur dann, wenn du es gerade auch benötigst (dasselbe gilt für Kontaktdaten, Bluetooth, GPS, WLAN, usw.)
  • Achte darauf, welche Daten du auf deinen Geräten gespeichert hast und die somit abrufbar sein könnten.
  • Schütze deine Daten durch Verschlüsselungen, erstelle sichere Passwörter (mit Groß-& Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen) und richte, wenn möglich, eine Löschfunktion ein, für den Fall, dass du dein Gerät mal verlieren solltest.
  • Richte einen Virenschutz und Firewall für dein Smartphone/ Tablet ein
  • Führe regelmäßig Sicherheitsupdates und die Aktualisierung von Betriebssystemen durch.
  • Verwende nur Apps aus sicheren Quellen.

Tipp:
Personalisierte Werbung auf Websites und in Apps blockieren, die nicht von Google stammen über support.google.com:

  • Schritt 1.: die Seite „Einstellungen für Werbung“ aufrufen
  • Schritt 2.: das Häkchen neben „Ihre Aktivitäten und Daten aus Google-Diensten auch zur Personalisierung von Werbung auf Websites und in Apps verwenden, deren Betreiber mit Google zusammenarbeiten, um Werbung einzublenden“ entfernen:

Anmerkung hierzu: auch wenn die personalisierte Werbung blockiert wird, werden Informationen über den allgemeinen Standort oder den Inhalt der gesuchten Website trotzdem gespeichert.

Außerdem:
Wenn dir die Nutzungsbedingungen von sozialen Netzwerken nicht zusagen, tue dich mit deinen Freunden zusammen und schaut euch gemeinsam nach Alternativen um. Manchmal ist es vielleicht sogar sinnvoller, ein wenig Geld für einen Messenger auszugeben, anstatt bei kostenlosen Apps mit seinen persönlichen Daten zu „bezahlen“.

Datenschutz - Infos, Tipps, Hilfe

Quellen, weiterführende Links und Infos:

Quellen:

Weiterführende Links:

Für Kinder:

Tutorials & Video-Links:

  • Handysektor Erklär-Videos:
    • App-Berechtigungen:


    • Privatsphäre in sozialen Netzwerken:


    • Was sollte ich beim App-Kaufbeachten?